WOLFBLANC ARCHITECTS

Architektur und BIM als Informationssystem

Architektur und BIM als Informationssystem

Bei komplexen Architekturprojekten wird das Endergebnis selten allein durch Zeichnungen bestimmt. Entscheidend sind vielmehr die zugrundeliegenden Informationen: Was wurde vereinbart, was hat sich geändert, wer ist verantwortlich, welches Modell ist aktuell, mit welchen Daten arbeiten die einzelnen Fachbereiche und kann der Bauherr den Projektdaten vor Baubeginn vertrauen?.

Deshalb ist BIM besonders wichtig, wenn ein Projekt viele Entscheidungen, zahlreiche Berater und ein hohes Risiko von Missverständnissen mit sich bringt. Building Information Modeling wird oft als 3D-Planung bezeichnet, doch das wichtigste Wort in BIM ist Information. Ein Modell ohne kontrollierte Informationen ist lediglich ein Bild. Ein Modell mit kontrollierten Informationen wird hingegen zu einem funktionierenden System für Entscheidungen, Koordination, Kostenkontrolle und Projektabwicklung.

Wolfblanc verknüpft Architektur, BIM und Informationsmanagement, sodass sich Entwurf und Projektinformationen parallel entwickeln. Für Kunden in Spanien, Schweden und Griechenland bietet dies eine klarere Projektstruktur – von der ersten Projektbeschreibung über die Baubegleitung bis hin zur langfristigen Nutzung.

Architektur ist nicht länger nur eine Reihe von Zeichnungen.

Lange Zeit bestand die Hauptleistung des Architekten aus einem Zeichnungspaket. Pläne, Schnitte, Ansichten und Details beschrieben das Gebäude, und das Bauteam setzte diese Informationen in die Realität um. Bei kleinen und einfachen Projekten kann das immer noch funktionieren.

Bei größeren Wohn-, Hotel-, Gewerbe- oder Investitionsprojekten reicht der Plansatz allein nicht mehr aus. Das Projekt umfasst Architekten, Ingenieure, Berater, Bauunternehmer, Lieferanten, Betreiber, Investoren und Behörden. Jeder Beteiligte benötigt Informationen im richtigen Detaillierungsgrad, zum richtigen Zeitpunkt und in einer verlässlichen Form.

Die Zeichnung ist ein Ergebnis eines umfassenderen Informationssystems. Die eigentliche Frage ist nicht nur, wie das Gebäude aussieht. Es geht vielmehr darum, ob das Projektteam mit kontrollierten Informationen arbeitet, die auch bei Planungsänderungen, Genehmigungsauflagen, Ausschreibungen, Bau und dem späteren Betrieb Bestand haben.

BIM ist mehr als nur 3D-Modellierung

Ein dreidimensionales Modell kann einem Kunden helfen, den Raum zu verstehen. Das ist zwar nützlich, aber nicht der volle Nutzen von BIM. Der Nutzen zeigt sich erst, wenn das Modell Informationen enthält, die überprüft, koordiniert, aktualisiert und weitergegeben werden können.

Eine Wand ist mehr als nur eine Linie oder Fläche. Sie hat eine bestimmte Art, Dicke, Brandschutzklasse, Materialeigenschaften, Schalldämmung, Kosten und eine Beziehung zur Gebäudestruktur und den technischen Anlagen. Eine Tür ist mehr als nur ein Rechteck im Grundriss. Sie hat Abmessungen, Beschläge, Durchgangshöhe, Anforderungen an die Barrierefreiheit und Spezifikationsdaten. Wenn diese Informationen strukturiert vorliegen, lassen sich Änderungen nachvollziehen, anstatt sie in unzusammenhängenden Dateien zu verstreuen.

Das ist der Unterschied zwischen der Verwendung von BIM als Zeichenwerkzeug und der Verwendung von BIM als Projektsystem. Ersteres liefert bessere Grafiken. Letzteres hilft dem Team, bessere Entscheidungen zu treffen.

Was Informationsmanagement in der Praxis bedeutet

Informationsmanagement bedeutet, festzulegen, wie Projektinformationen erstellt, benannt, geprüft, freigegeben, geteilt und aktualisiert werden. Das klingt zwar nach Verwaltung, beeinflusst aber unmittelbar die Qualität der Planung und das Baurisiko.

In der Praxis bedeutet dies, dass das Team weiß, welches Modell aktuell ist, welche Zeichnungen freigegeben sind, welche Informationen für die Preisgestaltung relevant sind, welche Unterlagen nur zur Diskussion stehen und welche noch nicht umgesetzt werden dürfen. Es bedeutet auch, dass Entscheidungen nicht in E-Mails untergehen oder zwischen Meetings verloren gehen. Sie werden Teil der kontrollierten Projektdokumentation.

Für Bauträger, Bauunternehmen, Family Offices und Kunden aus der Hotelbranche ist dies von Bedeutung, da Unklarheiten hohe Kosten verursachen. Fehlende Entscheidungen können die Beschaffung verzögern. Ein veraltetes Modell kann zu Koordinationsproblemen führen. Ein unklarer Projektumfang kann Ansprüche, Umplanungen und Improvisationen vor Ort nach sich ziehen.

Warum Architektur und BIM von Anfang an zusammenarbeiten müssen

BIM funktioniert am besten, wenn es nicht als technische Ebene betrachtet wird, die erst nach Abschluss der Planung hinzugefügt wird. Wenn der Architekt zuerst entwirft und das BIM-Team erst später modelliert, kann sich das Projekt in zwei Stränge aufteilen: einen für die Planungsabsicht und einen für die Dokumentation. Diese Aufteilung führt genau dann zu Reibungsverlusten, wenn Klarheit am wichtigsten ist.

Wenn Architektur und BIM parallel entwickelt werden, dient das Modell gleichzeitig als Entwurfsinstrument, Koordinationswerkzeug und Umsetzungsrahmen. Räumliche Konzepte werden frühzeitig auf ihre Eignung für Tragwerksplanung, Haustechnik, Bauvorschriften, Kostenlogik und Realisierbarkeit geprüft. Der Bauherr sieht nicht nur Visualisierungen, sondern ein Projekt, das mit jeder Phase präziser wird.

Dies ist besonders wichtig bei grenzüberschreitenden Projekten. Der Auftraggeber kann in einem Land ansässig sein, die Immobilie in einem anderen, die Berater in einem dritten und der Auftragnehmer im lokalen Markt. Klare Informationen werden zur gemeinsamen Sprache.

Modell oder Informationssystem: Der Unterschied in einem komplexen Projekt

Ein Modell veranschaulicht das Gebäude. Ein Informationssystem erklärt, worauf sich das Team verlassen kann. Dieser Unterschied wird deutlich, wenn ein Projekt an Größe, Budget oder Anzahl der Beteiligten zunimmt.

In einem einfachen Modell ist eine Änderung zwar leicht zu erkennen, aber schwer nachzuvollziehen. Warum wurde sie geändert? Wer hat sie genehmigt? Hat sie Auswirkungen auf die Kosten? Hat sie Auswirkungen auf die Struktur? Ändert sie den Genehmigungsstatus? Hat sie Auswirkungen auf Raumbelegungspläne, Mengen, Brandschutzmaßnahmen oder die Koordination der technischen Gebäudeausrüstung?

In einem verwalteten Informationssystem ist das Modell mit einem strukturierten Prozess verbunden. Das Team kann Probleme überprüfen, Versionen vergleichen, Fachmodelle koordinieren, Konflikte erkennen, Ergebnisse kontrollieren und den Status der Informationen verstehen, bevor diese für die Preisgestaltung oder die Konstruktion verwendet werden.

ISO 19650 und strukturierte Lieferung

ISO 19650 bietet einen internationalen Rahmen für das Informationsmanagement über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks mithilfe von BIM. Allein dadurch wird ein Projekt jedoch noch nicht gut. Ein Standard ist nur dann nützlich, wenn das Team versteht, wie er auf den Umfang, das Budget und die Realität des jeweiligen Projekts angewendet werden kann.

Für Wolfblanc bedeutet der fundierte Umgang mit BIM, Struktur zu schaffen, ohne das Projekt in reine Papierarbeit zu verwandeln. Der Informationsumfang sollte den zu treffenden Entscheidungen entsprechen. Der Prozess sollte das Projekt verständlicher machen, nicht verkomplizieren.

Bei manchen Projekten kann dies einen detaillierten BIM-Ausführungsplan, eine Modellverantwortlichkeitsmatrix, eine gemeinsame Datenumgebung und einen strukturierten Informationsaustausch bedeuten. Bei anderen Projekten kann es eine schlankere Version derselben Disziplin bedeuten: eindeutige Benennung, Versionskontrolle, Modellkoordination und verlässliche Ergebnisse für Preiskalkulation und Bauausführung.

Warum dies für Entwickler, Investoren und grenzüberschreitende Kunden wichtig ist

Informationsmanagement ist nicht nur eine technische Angelegenheit, sondern auch eine wirtschaftliche. Es beeinflusst Risiko, Geschwindigkeit, Preisgestaltung, Kommunikation und Vertrauen.

Für Projektentwickler und Immobilieneigentümer unterstützt strukturiertes BIM Machbarkeitsstudien, die Ermittlung der optimalen Wohnungsgrößen, transparente Ausschreibungsverfahren, die Koordination zwischen den Fachbereichen und minimiert unerwartete Kosten. Bauunternehmen profitieren von weniger Unklarheiten vor Baubeginn. Kunden aus dem Hotel- und Gewerbebereich können damit Marke, Betriebsabläufe, technische Anforderungen und die langfristige Instandhaltung besser aufeinander abstimmen. Internationale Privatkunden erhalten durch BIM eine transparentere Möglichkeit, Entscheidungen auch aus der Ferne nachzuvollziehen.

Hier geht BIM über reine Software hinaus. Es wird zu einem Mittel, um ein Projekt übersichtlich zu halten, während viele Personen gleichzeitig Entscheidungen treffen.

Wie Wolfblanc dies in Spanien, Schweden und Griechenland anwendet

Wolfblanc bringt BIM-Management-Erfahrung aus großflächigen Wohnbauprojekten in den nordischen Ländern mit und wendet diese Disziplin in Projekten in Spanien, Schweden und Griechenland an. Die Rahmenbedingungen variieren von Land zu Land, doch der Bedarf an kontrollierten Informationen bleibt derselbe.

In Spanien unterstützt BIM die Erstellung von Architekturdokumentationen nach geltenden Vorschriften, Investorensanierungen, Wohnbauprojekte und Hotelprojekte, die eine klare Abstimmung zwischen Planung, Genehmigungen und Bau erfordern. In Schweden fügt es sich in eine ausgereifte Baukultur ein, in der digitale Koordination und hohe Informationsqualität erwartet werden. In Griechenland trägt es dazu bei, komplexe Projekte, Sanierungen, Hotelimmobilien und Bauvorhaben von Anfang an besser zu strukturieren.

Für Kunden, die eine praxisorientierte Einführung in BIM wünschen, erklären wir die Grundlagen in Was ist BIM und warum ist es für Ihr Renovierungs- oder Bauprojekt von Bedeutung?. Für Teams, die direkte Unterstützung benötigen, bietet Wolfblanc außerdem Folgendes an: BIM-Beratung und -Koordination als eigenständige Dienstleistung oder als Teil eines umfassenderen Architekturprojekts. Diese Arbeitsweise ist Teil von die internationale Praxis des Studios und beantwortet viele der Koordinationsfragen, die Kunden vor Beginn eines Projekts aufwerfen.


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